Was ist ein ETF? Einfach erklärt

Friesenklunker · Investieren verstehen

Was ist ein ETF?

ETFs klingen komplizierter, als sie sein müssen. Vereinfacht gesagt kannst du mit einem ETF in viele Wertpapiere gleichzeitig investieren – statt einzelne Aktien selbst auszuwählen.

Friesenklunker-Grundsatz:
Investiere nichts, was du nicht in einfachen Worten erklären kannst.

ETF – was bedeutet das überhaupt?

ETF steht für Exchange Traded Fund. Auf Deutsch: ein Fonds, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden können.

Viele ETFs versuchen, einen bestimmten Index möglichst genau nachzubilden.

Ein solcher Index kann zum Beispiel eine große Anzahl verschiedener Unternehmen enthalten. Kaufst du einen entsprechenden ETF, investierst du nicht nur in eine einzige Firma, sondern indirekt in viele Unternehmen gleichzeitig.

Sehr vereinfacht:

Eine einzelne Aktie = Beteiligung an einem Unternehmen.

Ein breit gestreuter Aktien-ETF = Beteiligung an vielen Unternehmen über einen Fonds.

Was ist ein Index?

Ein Index ist vereinfacht gesagt eine nach bestimmten Regeln zusammengestellte Auswahl von Wertpapieren.

Der Index selbst ist zunächst nur eine Art Messlatte. Ein ETF kann versuchen, diesen Index nachzubilden.

Deshalb wirst du bei ETFs häufig Begriffe wie Index, Indexfonds oder Indexnachbildung lesen.

Warum sprechen so viele Menschen über ETFs?

Ein Grund ist die Möglichkeit, mit nur einem Produkt vergleichsweise breit zu investieren.

Statt selbst zehn, zwanzig oder hundert einzelne Aktien auszuwählen, kann ein ETF bereits viele verschiedene Unternehmen enthalten.

01

Streuung

Viele Wertpapiere können in einem einzigen Fonds gebündelt sein.

02

Einfachheit

Du musst nicht jedes einzelne Unternehmen selbst auswählen.

03

Kosten

Viele passive ETFs haben vergleichsweise niedrige laufende Kosten.

Was bedeutet Diversifikation?

Diversifikation bedeutet, Risiken auf verschiedene Anlagen zu verteilen.

Stell dir vor, du investierst dein gesamtes Geld nur in eine einzige Firma. Gerät genau diese Firma in große Schwierigkeiten, betrifft dich das unmittelbar.

Bei einem breit gestreuten ETF verteilst du deine Anlage auf viele Unternehmen.

Das beseitigt das Risiko nicht – aber du bist weniger davon abhängig, wie sich ein einziges Unternehmen entwickelt.

Wichtig:
Breit gestreut bedeutet nicht risikofrei. Auch ein ETF mit vielen Unternehmen kann in einer Börsenkrise deutlich an Wert verlieren.

Kann ich mit einem ETF Geld verlieren?

Ja.

ETFs sind keine Sparbücher und keine Tagesgeldkonten. Ihr Wert kann steigen und fallen.

Auch längere Phasen mit Kursverlusten sind möglich. Deshalb sollte Geld, das du kurzfristig benötigst, nicht einfach nur deshalb in einen ETF gesteckt werden, weil langfristig höhere Renditechancen bestehen können.

Wie verdient man mit einem ETF überhaupt Geld?

Grundsätzlich können zwei Dinge eine Rolle spielen:

  1. Wertentwicklung: Die im ETF enthaltenen Anlagen gewinnen an Wert.
  2. Ausschüttungen: Unternehmen können beispielsweise Dividenden zahlen.

Wie diese Erträge behandelt werden, hängt auch davon ab, ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend aufgebaut ist.

Ausschüttend oder thesaurierend?

AUSSCHÜTTEND

Erträge werden ausgezahlt

Bestimmte Erträge werden regelmäßig an die Anleger weitergegeben.

THESAURIEREND

Erträge werden wieder angelegt

Erträge verbleiben im Fonds und werden dort wieder investiert.

Welche Variante besser passt, hängt von deinem Ziel und deiner persönlichen Situation ab.

Was kostet ein ETF?

ETFs haben laufende Kosten. Häufig wirst du dabei auf die Abkürzung TER stoßen.

Sie beschreibt bestimmte laufende Kosten des Fonds in Prozent pro Jahr.

Zusätzlich können beim Kauf, Verkauf oder Sparplan Gebühren des Brokers entstehen.

Deshalb niemals nur auf einen Wert schauen:

ETF-Kosten
+ mögliche Kauf- oder Verkaufsgebühren
+ Sparplankosten
+ weitere mögliche Handelskosten

Was ist ein ETF-Sparplan?

Bei einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig einen festgelegten Betrag.

Zum Beispiel:

50 € jeden Monat.

Dein Broker führt dann regelmäßig einen entsprechenden Kauf aus.

Das bedeutet nicht, dass der ETF dadurch sicherer wird. Es automatisiert lediglich deine regelmäßigen Käufe.

Brauche ich dafür ein Depot?

Ja. Wertpapiere wie ETF-Anteile werden in einem Depot verwahrt.

Ein Broker oder eine Bank stellt dir dieses Depot zur Verfügung und ermöglicht dir den Kauf und Verkauf.

Genau deshalb ist die nächste Frage nach dem ETF meist:

Welches Depot bzw. welcher Broker passt zu mir?

Nicht jeder ETF ist gleich

Nur weil auf einem Produkt „ETF“ steht, bedeutet das nicht automatisch, dass es breit gestreut oder für jedes Ziel geeignet ist.

ETFs können sich beispielsweise auf bestimmte Regionen, Branchen, Unternehmenstypen oder Anlagestrategien konzentrieren.

Deshalb solltest du immer verstehen, was genau im ETF steckt.

5 Fragen vor der Auswahl

  1. Welchen Index bildet der ETF ab?
  2. Wie breit ist er gestreut?
  3. Wie hoch sind die laufenden Kosten?
  4. Ist er ausschüttend oder thesaurierend?
  5. Passt das Risiko zu meinem Anlagehorizont?

Der Friesenklunker-Weg

Nicht mit dem ETF anfangen.

Fang mit deinem Alltag an:

Überblick → Rücklage → Ziele → ETF verstehen → Depot verstehen → entscheiden.

Damit verhinderst du, dass aus einem langfristigen Finanzplan nur ein spontaner Produktkauf wird.

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Als Nächstes: Was ist ein Depot?

Jetzt weißt du, was ein ETF grundsätzlich ist.

Der nächste logische Schritt ist zu verstehen, wo diese Wertpapiere überhaupt liegen und was ein Broker eigentlich macht.

Depot verstehen →

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Er stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wertpapierinvestments können im Wert steigen und fallen.