Tagesgeld oder ETF – was passt wofür?

Friesenklunker Grundlagen

Tagesgeld oder ETF – was passt wofür?

Tagesgeld und ETF werden oft miteinander verglichen. Eigentlich lösen sie aber zwei völlig unterschiedliche Aufgaben.

Friesenklunker-Grundsatz:
Tagesgeld ist vor allem für Sicherheit und Verfügbarkeit gedacht. Ein ETF kann für langfristigen Vermögensaufbau interessant sein – bringt aber Kursschwankungen mit.

Der wichtigste Unterschied

Beim Tagesgeld liegt dein Geld auf einem Konto und steht normalerweise kurzfristig zur Verfügung.

Bei einem ETF investierst du dagegen in Wertpapiere. Der Wert kann steigen, aber auch deutlich fallen.

Merkmal Tagesgeld ETF
Zweck Rücklage und kurzfristige Ziele Langfristiger Vermögensaufbau
Schwankung Keine Börsenkursschwankungen Kurse können stark schwanken
Verfügbarkeit In der Regel kurzfristig verfügbar Verkauf möglich, aber Kurs kann gerade ungünstig sein
Renditechance Begrenzt auf den jeweiligen Zinssatz Langfristig höhere Chancen, aber ohne Garantie
Zeithorizont Kurz- bis mittelfristig Eher langfristig

Wann kann Tagesgeld sinnvoll sein?

Tagesgeld eignet sich besonders für Geld, das du nicht großen Kursschwankungen aussetzen möchtest.

  • Notgroschen
  • Rücklage für Reparaturen
  • geplante Anschaffungen
  • Urlaubskasse
  • Geld, das du in absehbarer Zeit brauchst
Beispiel:

Du weißt, dass dein Auto innerhalb der nächsten zwölf Monate eine größere Reparatur brauchen könnte.

Dieses Geld möchtest du wahrscheinlich nicht genau dann in einem ETF haben, wenn die Börse vielleicht gerade deutlich gefallen ist.

Wann kann ein ETF interessant werden?

Wenn du bereits eine Rücklage hast und Geld langfristig investieren möchtest, können breit gestreute ETFs eine Möglichkeit sein, sich mit dem Kapitalmarkt zu beschäftigen.

Wichtig ist dabei:

  • Du solltest das Geld nicht kurzfristig benötigen.
  • Du musst Kursschwankungen aushalten können.
  • Du solltest verstehen, worin der ETF investiert.
  • Du solltest die Kosten des Produkts kennen.
  • Du solltest nicht davon ausgehen, dass vergangene Wertentwicklungen garantiert weitergehen.

Warum ein ETF keine Rücklage ersetzt

Stell dir vor, du hast 3.000 Euro investiert.

Dann geht dein Auto kaputt und du brauchst kurzfristig 2.000 Euro.

Wenn die Börse genau zu diesem Zeitpunkt schlecht läuft, müsstest du möglicherweise Wertpapiere mit Verlust verkaufen.

Deshalb ist eine Trennung häufig sinnvoll:

TOPF 1

Rücklage

Geld für Sicherheit und kurzfristige Ausgaben.

TOPF 2

Langfristiges Investieren

Geld, das über einen längeren Zeitraum nicht gebraucht wird.

Muss ich mich für eines von beiden entscheiden?

Nein.

Tagesgeld und ETF können unterschiedliche Aufgaben erfüllen und sich deshalb ergänzen.

Ein einfaches Modell:

Rücklage → Tagesgeld
kurzfristiges Sparziel → Tagesgeld
langfristiger Vermögensaufbau → möglicherweise ETF

Nicht entweder oder, sondern passend zum jeweiligen Ziel.

Was ist mit den Zinsen?

Tagesgeldzinsen können sich jederzeit verändern. Ein heute attraktiver Zinssatz muss deshalb nicht dauerhaft gelten.

Bei ETFs gibt es dagegen keinen festen Zinssatz. Die Wertentwicklung hängt vom zugrunde liegenden Markt ab.

Genau deshalb sollten die beiden Produkte nicht allein anhand einer aktuellen Prozentzahl verglichen werden.

Was ist mit Sicherheit?

Bei Tagesgeld solltest du unter anderem darauf achten, bei welcher Bank das Geld liegt und welche gesetzlichen Sicherungssysteme gelten.

Bei ETFs besitzt du Anteile an einem Fonds. Das bedeutet aber nicht, dass dein Wert vor Verlusten geschützt ist: Die Börsenkurse können steigen und fallen.

Wie könnte ein einfacher Start aussehen?

  1. Verschaffe dir einen Überblick über Einnahmen und Ausgaben.
  2. Baue zunächst eine passende Rücklage auf.
  3. Definiere deine kurzfristigen und langfristigen Ziele.
  4. Lerne die Grundlagen von ETFs und Depots.
  5. Vergleiche Anbieter und Kosten.
  6. Entscheide erst danach, ob Investieren zu deiner Situation passt.

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Was ist eigentlich ein ETF – und was passiert mit meinem Geld?

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und Weiterbildung. Er stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen können im Wert steigen und fallen.