Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?

Friesenklunker Grundlagen

Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?

Eine Rücklage soll dir nicht möglichst viel Rendite bringen. Sie soll dir Luft verschaffen, wenn das Leben plötzlich teuer wird.

Friesenklunker-Grundsatz:
Ein guter Notgroschen ist nicht für jeden gleich hoch. Er muss zu deinem echten Leben passen.

Wofür ist ein Notgroschen überhaupt da?

Stell dir vor, die Waschmaschine geht kaputt, dein Auto muss unerwartet in die Werkstatt oder du bekommst eine hohe Nachzahlung.

Genau für solche Situationen ist eine Rücklage gedacht: damit du nicht sofort auf Dispo, Kreditkarte oder Ratenzahlung angewiesen bist.

Wie viel Rücklage brauche ich?

Oft liest man pauschale Regeln wie „drei Monatsgehälter“. Das kann eine Orientierung sein, aber deine persönliche Situation ist wichtiger.

Frag dich stattdessen:

  • Wie hoch sind meine unvermeidbaren monatlichen Kosten?
  • Wie sicher ist mein Einkommen?
  • Habe ich ein Auto, Haus oder andere größere laufende Verpflichtungen?
  • Gibt es im Haushalt eine zweite Einkommensquelle?
  • Welche unerwarteten Rechnungen könnten realistisch auftreten?

Drei sinnvolle Stufen

STUFE 1

500 €

Ein erster kleiner Puffer für typische kleinere Überraschungen.

STUFE 2

1.000 €

Schon deutlich entspannter bei Reparaturen oder unerwarteten Ausgaben.

STUFE 3

Persönliche Zielgröße

Danach baust du die Rücklage passend zu deinem Haushalt und deiner Sicherheit aus.

Wo sollte der Notgroschen liegen?

Wichtig ist vor allem, dass du schnell drankommst und das Geld nicht starken Schwankungen ausgesetzt ist.

Deshalb eignet sich häufig ein separates Tagesgeldkonto besser als ein Wertpapierdepot.

Der Notgroschen ist kein Investment. Er ist eine Sicherheitsreserve.

Warum nicht einfach alles investieren?

Weil du sonst möglicherweise genau dann verkaufen müsstest, wenn Kurse gerade gefallen sind.

Geld für kurzfristige Notfälle sollte deshalb grundsätzlich anders behandelt werden als Geld für langfristige Ziele.

Ein einfaches Beispiel:

Du hast aktuell 300 € Rücklage und kannst 100 € pro Monat sparen.

Dann könntest du zunächst drei weitere Monate deine Rücklage auf 600 € erhöhen, bevor du dich mit anderen Spar- oder Investmentzielen beschäftigst.

Wichtig ist nicht die perfekte Zahl. Wichtig ist, dass du überhaupt beginnst.

Wie baue ich meinen Notgroschen auf?

  1. Eröffne ein separates Rücklagenkonto.
  2. Lege einen realistischen Monatsbetrag fest.
  3. Überweise den Betrag direkt nach Gehaltseingang.
  4. Nutze Sonderzahlungen teilweise für die Rücklage.
  5. Behandle den Notgroschen nicht als Urlaubskasse.

Wann ist genug genug?

Wenn deine persönliche Rücklage erreicht ist, musst du nicht unbegrenzt weiter Geld auf dem Tagesgeldkonto sammeln.

Dann kannst du überlegen, welches Ziel als Nächstes kommt: kurzfristiges Sparziel, Altersvorsorge oder langfristiges Investieren.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar.